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Wasser-Kreuzkraut

Wasser-Kreuzkraut (Senecio aquaticus)
Wasser-Kreuzkraut
Bild: N.Eisele

Wasser-Kreuzkraut

Vorkommen:
Wasser-Kreuzkraut wächst auf feuchten bis nassen Standorten (z.B. Moorwiesen, Sumpfdotterblumenwiesen), bei geringer Stickstoff-Düngung, aber auch bei intensiver Nutzung, auf nährstoffreichen Wiesen, auf Flächen mit starker Neigung, auf degradierten Feuchtflächen, vor allem in Beständen mit hohem Lückenanteil.

Futterbauliche Bewertung:
Wasser-Kreuzkraut ist sowohl im frischen als auch im konservierten Zustand (Heu, Silage) hoch giftig. Aufgrund von Bitterstoffen wird es auf der Weide vom Tier gemieden, allerdings sind in den jungen Rosettenblättern die Bitterstoffe noch nicht bzw. unzureichend ausgebildet! Die Giftstoffe akkumulieren sich in der Leber, daher führt auch der Verzehr von kleineren Mengen über längere Dauer zu Krankheit (unspezifische Symptome z.B. Kolik, blutiger Durchfall) oder Tod. Flächen mit Besatz an Wasser-Kreuzkraut sollten nicht beweidet und der gemähte Aufwuchs darf nicht verfüttert werden.

Integrierte Bekämpfung:
Dem Auftreten von Wasser-Kreuzkraut sollte durch eine dichte Grasnarbe begegnet werden. Wichtig ist eine frühzeitige Bekämpfung der Einzelpflanzen durch Verhinderung des Versamens innerhalb der Fläche und in die Umgebung. Bei geringem Besatz sollten die Pflanzen bei einer Höhe von etwa 15-20 cm mit Wurzel ausgerissen oder ausgestochen und entsorgt werden (Handschuhe tragen)! Kleinere Mengen können in den Restmüll, größere Mengen in die Biogas- oder Kompostieranlage gegeben werden. Wasser-Kreuzkraut ist schnittverträglich, daher kann eine Regulierung nur über Verdunkelung durch ein Hochwachsen des umgebenden Bestandes erfolgen. Ein einmaliger später Schnitt mit Abräumen im Herbst (September) wird empfohlen. Mulchen ist dem Mähen vorzuziehen. Bei beiden Varianten sollte die Schnitthöhe bei 10 cm liegen und vor dem Beginn der Blüte stattfinden. Es sollten keine Samen verschleppt werden, daher ist darauf zu achten, dass Maschinen nach Regulierungsmaßnahmen gereinigt werden, außerdem sollte kein Mähgut mit Kreuzkräutern übertragen und auch kein Bodenabtrag belasteter Flächen verschleppt werden. Lückige Stellen sollten wenn möglich nachgesät werden, um die Grasnarbe schnell zu schließen. Alle Regulationsmaßnahmen erfordern eine regelmäßige Nach-Kontrolle auf Wiederaustrieb bzw. Neukeimung. Da Wasser-Kreuzkraut eine hohe Keimungsrate und lange Samenkeimfähigkeit hat, ist von langjähriger Bekämpfung auszugehen.
Chemische Bekämpfung:
Der Einsatz von üblichen Herbiziden gegen Zweikeimblättrige im Grünland ist möglich, sofern es sich nicht um Naturschutzflächen oder Flächen mit Auflagen bezüglich Herbizideinsatz handelt. Präparate auf der Basis des Wirkstoffs Aminopyralid zeigen im Gegensatz zu wuchsstoffhaltigen Herbiziden eine deutlich nachhaltigere Wirkung. Beim Einsatz von Aminopyralid-haltigen Präparaten müssen die besonderen Anwendungsbestimmungen beachtet werden. Nach dem Herbizideinsatz müssen die entstandenen Narbenlücken so schnell wie möglich durch eine standortgerechte Nachsaat geschlossen werden.

Weitere Informationen zum Wasser-Kreuzkraut finden Sie auf der Homepage des LAZBW - Grünlandwirtschaft und Futterbau.